Frühmittelalterhelme – Spangen-, Nasal- & Brillenhelme
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Alt-Nordischer Drachenhelm
Brillenhelm Beowulf
Byzantinischer Helm SK
Coppergate Helm schaukampftauglich
Coppergate Helm schaukampftauglich
Germanischer Spangenhelm um 500 n. Chr. – 1,6 mm Stahl, mit Nasal & Wangenklappen – Mittelalter Replik
König Arthur Helm aus Stahl – Frühmittelalter Spangenhelm mit Nasal, 1,2 mm Stahl, Lederinlet & Kinnriemen
Nasalhelm St. Wencelass
Nasalhelm mit Wangenklappen und Brünne
Normannenhelm St. Wencelas
Normannenhelm Svarokell
Normannischer Spangenhelm Bero Schaukampftauglich
Rus-Helm mit Pferdehaarbusch
Slawischer Frühmittelalterhelm
Spangenhelm Jakusch
Spangenhelm mit Nasal
Spangenhelm mit Wangenklappen und Brünne
Sutton Hoo Helm 7.Jhdt.
Vendelhelm mit Kettenbrünne – Frühmittelalterlicher Wikingerhelm aus 1,2 mm Stahl
Wikinger Brillenhelm schaukampftauglich
Wikinger Spangenhelm Bjarnheoinn
Wikinger Spangenhelm mit Brünne
Wikingerhelm Brondolfr
Wikingerhelm Gjermundbu schaukampftauglich
Wikingerhelm Gjermundbu schaukampftauglich
Wikingerhelm Kalfr mit Kettenbrünne
Frühmittelalterhelme von Germanen, Angelsachsen, Slawen, Wikingern und Normannen
Das Frühmittelalter umfasst eine lange Zeitspanne mit unterschiedlichen Kulturen, Regionen und Rüstungstraditionen. Entsprechend gab es auch nicht den einen typischen „Frühmittelalterhelm“. Spangenhelme, Brillenhelme, Nasalhelme und aufwendig verzierte Prunkhelme zeigen sehr unterschiedliche Konstruktions- und Gestaltungsformen.
Diese Auswahl konzentriert sich auf Helme und Helmrepliken etwa vom 6. bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts. Dazu gehören germanische, angelsächsische, slawische, byzantinische und nordische Helmformen ebenso wie wikingerzeitliche Helme und frühe Normannenhelme.
Spangenhelme – eine wichtige Konstruktion des frühen Mittelalters
Der Begriff Spangenhelm beschreibt zunächst die Konstruktion des Helms. Metallspangen bilden beziehungsweise verstärken das Gerüst der Helmglocke; die Flächen dazwischen können aus einzelnen Metallsegmenten bestehen.
Spangenhelme waren nicht auf ein einziges Volk beschränkt. Verschiedene Formen sind aus unterschiedlichen Regionen Europas und darüber hinaus bekannt. Deshalb ist ein Spangenhelm nicht automatisch ein Wikinger-, Germanen- oder Normannenhelm.
Für eine genauere Einordnung sind Form, Datierung, Fundregion und weitere Merkmale des jeweiligen Modells entscheidend.
Baldenheim-Spangenhelme
Zu den bekannten frühmittelalterlichen Konstruktionen gehören Helme des sogenannten Baldenheim-Typs. Charakteristisch ist eine aus mehreren Segmenten und Spangen zusammengesetzte Helmglocke. Je nach Ausführung kommen Wangenklappen, Nasenschutz und Nacken- beziehungsweise Kettenschutz hinzu.
Solche Helmformen werden mit verschiedenen germanischen und anderen frühmittelalterlichen Kulturkreisen in Verbindung gebracht. Sie eignen sich deshalb besser für eine zeitlich und regional eingegrenzte Darstellung als eine pauschale Bezeichnung wie „Wikingerhelm“.
Nasalhelme – der Nasenschutz als namensgebendes Merkmal
Ein Nasalhelm besitzt einen vom Stirnbereich nach unten reichenden Nasenschutz. Anders als beim Spangenhelm beschreibt diese Bezeichnung also nicht die Konstruktion der Helmglocke.
Ein Helm kann deshalb gleichzeitig Spangenhelm und Nasalhelm sein. Nasalschützer finden sich bei verschiedenen frühmittelalterlichen und späteren Helmformen und sind nicht ausschließlich mit Normannen oder Wikingern verbunden.
Gerade im 10. und 11. Jahrhundert werden Nasalhelme zunehmend zu einer wichtigen europäischen Helmform und bilden zugleich einen Übergang zu hochmittelalterlichen Entwicklungen.
Angelsächsische Helme: Sutton Hoo und Coppergate
Zu den bedeutendsten erhaltenen frühmittelalterlichen Helmen aus England gehören der Sutton-Hoo-Helm und der Coppergate-Helm. Beide sind angelsächsisch, unterscheiden sich aber deutlich in Datierung und Gestaltung.
Sutton-Hoo-Helm
Der berühmte Sutton-Hoo-Helm stammt aus einem angelsächsischen Schiffsgrab in Suffolk und wird in das späte 6. beziehungsweise frühe 7. Jahrhundert datiert. Auffällig sind sein Gesichtsschutz und die aufwendig gestalteten Metallbeschläge mit Tier- und Kriegerdarstellungen.
Seine Gestaltung zeigt Verbindungen zu skandinavischen Helmtraditionen. Trotzdem sollte der Sutton-Hoo-Helm nicht einfach als Wikingerhelm bezeichnet werden: Er gehört in den angelsächsischen Kontext des frühen Mittelalters.
Coppergate-Helm
Der Coppergate-Helm wurde in York gefunden und stammt aus dem 8. Jahrhundert. Auch er ist ein angelsächsischer Helmfund und gehört damit zeitlich vor die eigentliche Wikingerzeit.
Unsere entsprechenden Repliken unterscheiden sich unter anderem bei der Ausführung der Kettenbrünne. Für die Auswahl solltest Du deshalb neben der historischen Vorlage auch Material, Gewicht und konkrete Ausstattung berücksichtigen.
Vendelhelme und nordische Helmformen
Die skandinavische Vendelzeit ging der eigentlichen Wikingerzeit voraus. Aus dieser Epoche sind aufwendig gestaltete nordische Helme mit ausgeprägtem Augen- und Gesichtsschutz bekannt.
Vendelhelme sind für das Verständnis nordischer Helmtraditionen besonders interessant, sollten aber historisch nicht einfach mit Wikingerhelmen gleichgesetzt werden.
Einzelne moderne Repliken orientieren sich zugleich an Merkmalen verschiedener nordischer Helmformen. Bei einer möglichst genauen Darstellung solltest Du daher die Datierung und Beschreibung des jeweiligen Modells beachten.
Wikingerhelme gehören ebenfalls zum Frühmittelalter
Die Wikingerzeit liegt innerhalb des Frühmittelalters. Deshalb gehören Gjermundbu-, nordische Brillen-, Spangen- und Nasalhelme mit entsprechender Datierung auch in diese zeitlich breiter gefasste Auswahl.
Wenn Du gezielt nach nordischen beziehungsweise wikingerzeitlichen Modellen suchst, findest Du eine konzentriertere Auswahl bei unseren Wikingerhelmen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Epoche und Kultur: Ein slawischer oder angelsächsischer Helm aus dem 8. Jahrhundert ist genauso ein Frühmittelalterhelm wie ein nordischer Helm derselben Zeit, aber deshalb noch kein Wikingerhelm.
Slawische und byzantinische Helme
Auch Mittel-, Ost- und Südosteuropa gehörten zur vielfältigen Rüstungswelt des Frühmittelalters. Im Sortiment finden sich deshalb neben west- und nordeuropäischen Modellen auch slawische und byzantinisch eingeordnete Helmformen.
Bei solchen Helmen sollte die jeweilige regionale und zeitliche Einordnung stärker gewichtet werden als eine allgemeine Ähnlichkeit mit Spangen- oder Nasalhelmen anderer Kulturen.
Gerade die weiten politischen und wirtschaftlichen Verbindungen des Frühmittelalters führten dazu, dass sich konstruktive und gestalterische Einflüsse über große Entfernungen verbreiten konnten.
Normannenhelme am Übergang zum Hochmittelalter
Normannische Nasal- und Spangenhelme begegnen besonders im 10. und 11. Jahrhundert. Damit liegen sie teilweise genau im Übergangsbereich zwischen Früh- und Hochmittelalter.
Modelle des 10. und frühen 11. Jahrhunderts können noch gut in eine frühmittelalterliche Darstellung passen. Bei späteren Ausführungen des 11. und 12. Jahrhunderts wird dagegen die Einordnung ins Hochmittelalter sinnvoller.
Für eine konkrete Darstellung solltest Du deshalb nicht allein nach der Bezeichnung „Normannenhelm“ auswählen, sondern die Datierung des jeweiligen Modells berücksichtigen.
Historischer Fund, Rekonstruktion oder historisch inspiriertes Modell?
Nicht jeder angebotene Frühmittelalterhelm lässt sich auf einen einzelnen archäologischen Fund zurückführen. Einige Repliken orientieren sich an konkreten Vorbildern wie Sutton Hoo oder Coppergate, andere greifen typische Konstruktionsmerkmale einer Epoche auf.
Auch moderne Produktnamen können einen bestimmten historischen Eindruck vermitteln, ohne dass dahinter ein entsprechender Fund steht. Ein als „König-Arthur-Helm“ bezeichnetes Modell sollte beispielsweise als historisch inspiriertes Design betrachtet werden und nicht als nachgewiesene Ausrüstung einer konkreten historischen Person.
Wenn eine möglichst genaue Rekonstruktion für Deine Darstellung wichtig ist, achte deshalb auf die beim einzelnen Artikel genannte Vorlage, Region und Datierung.
Den passenden Frühmittelalterhelm auswählen
Für die Auswahl sind besonders folgende Punkte wichtig:
- Zeitraum: beispielsweise 6., 7., 8., 9., 10. oder frühes 11. Jahrhundert
- Kulturelle Zuordnung: germanisch, angelsächsisch, slawisch, byzantinisch, nordisch/wikingerzeitlich oder normannisch
- Helmtyp: Spangenhelm, Nasalhelm, Brillenhelm oder andere Bauform
- Größe: Kopfumfang und Innenmaße müssen zur eigenen Kopfform passen
- Ausstattung: beispielsweise Wangenklappen, Kettenbrünne, Nasal und Innenfutter
- Materialstärke und Gewicht: besonders bei längerem Tragen relevant
- Verwendung: Reenactment, historische Darstellung, Sammlung, LARP oder Schaukampf
Größe und Passform
Der Kopfumfang ist das wichtigste Ausgangsmaß, bei einem starren Stahlhelm aber nicht immer ausreichend. Zwei Köpfe mit gleichem Umfang können unterschiedlich breit oder lang sein.
Vergleiche deshalb – sofern beim Artikel angegeben – zusätzlich den Innenabstand von Stirn zu Hinterkopf und von Ohr zu Ohr.
Auch eine Bundhaube oder gepolsterte Unterhaube benötigt zusätzlichen Platz. Miss deshalb möglichst so, wie Du den Helm später tatsächlich tragen möchtest.
Weitere Hinweise findest Du in unserer Maßtabelle für Helme.
Kettenbrünnen und weiteres Helmzubehör
Einige frühmittelalterliche Helmrepliken werden bereits mit einer Kettenbrünne angeboten. Bei anderen Modellen kann eine passende Brünne nachgerüstet werden, sofern entsprechende Befestigungsmöglichkeiten vorhanden sind.
Kettenbrünnen sind nicht automatisch mit jedem Helm kompatibel. Befestigung, Abmessungen und Ausführung müssen zueinander passen.
Separate Kettenbrünnen, Ledersehnen, Inletts, Helmständer und weiteres Helmzubehör findest Du gesammelt in unserem Zubehörbereich. Ledersehnen können beispielsweise zur Befestigung einer Kettenbrünne an einem entsprechend vorbereiteten Helm verwendet werden.
Schaukampftaugliche Frühmittelalterhelme
Nicht jeder Frühmittelalterhelm aus Stahl ist automatisch für Schaukampf geeignet. Neben der Materialstärke spielen Konstruktion, Verbindungen, Kanten, Nasal, Wangenklappen und Innenausstattung eine Rolle.
Verwende für Schaukampf daher nur Modelle, die beim jeweiligen Artikel ausdrücklich dafür ausgewiesen sind. Auch die Anforderungen des jeweiligen Veranstalters oder Regelwerks solltest Du berücksichtigen.
Pflege von Frühmittelalterhelmen
Viele Helmrepliken bestehen aus nicht rostfreiem Stahl. Trockne den Helm deshalb nach dem Tragen gründlich ab und lasse auch Innenfutter und Kettenbrünne vollständig trocknen.
Unbeschichtete Stahlflächen können bei Bedarf dünn mit einem geeigneten Pflegeöl geschützt werden. Bei Messingbeschlägen, geschwärzten oder anderweitig behandelten Oberflächen solltest Du zusätzlich die Hinweise beim jeweiligen Artikel beachten.
Häufige Fragen zu Frühmittelalterhelmen
Welche Helme gehören zum Frühmittelalter?
Zum Sortiment gehören unter anderem germanische Spangenhelme, angelsächsische Helme, Vendel- und Wikingerhelme, slawische und byzantinische Modelle sowie frühe Nasal- und Normannenhelme.
Ist jeder Spangenhelm ein Wikingerhelm?
Nein. Spangenhelm bezeichnet eine Konstruktionsform, die in unterschiedlichen Regionen und Zeiträumen vorkam. Nur entsprechend datierte und eingeordnete Modelle sind Wikingerhelme.
Ist ein Nasalhelm dasselbe wie ein Spangenhelm?
Nein. Spangenhelm beschreibt die Konstruktion der Helmglocke, Nasalhelm den vorhandenen Nasenschutz. Ein Helm kann beide Merkmale gleichzeitig besitzen.
Ist der Sutton-Hoo-Helm ein Wikingerhelm?
Nein. Der Sutton-Hoo-Helm stammt aus dem angelsächsischen England des späten 6. beziehungsweise frühen 7. Jahrhunderts. Seine Gestaltung zeigt zwar Verbindungen zu Skandinavien, er ist aber kein wikingerzeitlicher Helm.
Ist ein Vendelhelm ein Wikingerhelm?
Nicht im engeren historischen Sinn. Die Vendelzeit ging der Wikingerzeit in Skandinavien voraus. Beide gehören jedoch zum nordischen frühmittelalterlichen Umfeld.
Gehören Normannenhelme zum Frühmittelalter?
Das hängt von der Datierung ab. Modelle des 10. und frühen 11. Jahrhunderts können noch zum Frühmittelalter gehören, spätere Normannenhelme werden sinnvoller dem Hochmittelalter zugeordnet.
Welche Größe benötige ich?
Vergleiche Deinen Kopfumfang sowie vorhandene Innenmaße mit Deiner Kopfform und berücksichtige eine eventuell unter dem Helm getragene Bund- oder Polsterhaube.
Ist jeder Frühmittelalterhelm schaukampftauglich?
Nein. Schaukampfeignung muss beim konkreten Artikel ausdrücklich angegeben sein.
Wo finde ich Kettenbrünnen und Helmständer?
Kettenbrünnen, Befestigungsmaterial, Inletts, Helmständer und weiteres Zubehör findest Du gesammelt bei unserem Helmzubehör.