Römische Rüstungen – Lorica Segmentata, Lorica Hamata & Zubehör
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Römische Rüstungen – Lorica Segmentata, Lorica Hamata & Rüstungsteile
Die römische Armee verwendete im Laufe ihrer Geschichte unterschiedliche Formen von Körperpanzerung. Zu den heute bekanntesten gehören Ringpanzer beziehungsweise Kettenhemden, Schuppenpanzer und die aus beweglich verbundenen Metallsegmenten aufgebaute Rüstung, die heute gewöhnlich als Lorica Segmentata bezeichnet wird. Welche Rüstung zu einer historischen Darstellung passt, hängt daher wesentlich von Epoche, Einheit und konkretem Vorbild ab.
In dieser Warengruppe findest du vollständige römische Rüstungen ebenso wie einzelne Rüstungsteile und ergänzende Ausrüstung. Dazu gehören neben Lorica Segmentata und Lorica Hamata beispielsweise Beinschienen, Armschutz, Rüstungsunterbekleidung und Zubehör. Nicht jedes Produkt verfolgt dabei denselben Anspruch an historische Rekonstruktion oder Verwendung; die Angaben des jeweiligen Artikels sind deshalb entscheidend.
Lorica Segmentata – der römische Schienenpanzer
Als Lorica Segmentata wird heute eine römische Rüstungsform bezeichnet, deren Oberkörperschutz aus mehreren überlappenden Metallsegmenten besteht. Die einzelnen Schienen werden durch Beschläge, Scharniere, Haken, Schnallen und innenliegende Verbindungen zu beweglichen Rüstungsteilen zusammengefügt.
Die Bezeichnung „Lorica Segmentata“ ist eine moderne Fachbezeichnung und nicht als antiker römischer Name für diesen Panzer überliefert. Sie hat sich jedoch in Forschung, Reenactment und Handel so weit etabliert, dass sie zur eindeutigen Bezeichnung dieser Rüstungsform verwendet wird.
Bei modernen Repliken begegnen besonders häufig Bezeichnungen wie Kalkriese, Corbridge oder Newstead. Diese Namen beziehen sich auf archäologische Fundzusammenhänge und daraus entwickelte Typologien. Unterschiede können unter anderem Konstruktion, Beschläge, Verschlüsse, Form der Schultersegmente und zeitliche Einordnung betreffen.
Kalkriese, Corbridge und Newstead
Eine Lorica Segmentata ist nicht einfach eine über Jahrhunderte unverändert verwendete Standardrüstung. Archäologische Funde zeigen unterschiedliche Entwicklungsstufen und Bauformen.
Der Typ Kalkriese steht für eine frühe Form des römischen Schienenpanzers. Corbridge-Varianten sind besonders mit der frühen Kaiserzeit verbunden und gehören zu den heute häufig nachgebildeten Formen. Spätere Konstruktionen werden unter anderem nach dem Fundort Newstead bezeichnet.
Für Reenactment und historische Darstellung ist die konkrete Typbezeichnung deshalb wichtiger als die bloße Angabe „Lorica Segmentata“. Wenn du eine bestimmte Zeitstellung darstellen möchtest, solltest du die Datierung des jeweiligen Modells mit deiner übrigen Ausrüstung abstimmen.
Lorica Hamata – römischer Ringpanzer
Die Lorica Hamata ist eine Form des Ringpanzers beziehungsweise Kettenhemdes. Ringpanzer wurden in der römischen Armee bereits während der Republik verwendet und blieben auch während der Kaiserzeit und darüber hinaus von Bedeutung.
Bei heutigen Repliken unterscheiden sich vor allem Ringdurchmesser, Drahtstärke und Verarbeitung der einzelnen Ringe. Es gibt beispielsweise unvernietete, vollständig vernietete sowie Kombinationen aus vernieteten und ausgestanzten Ringen. Diese Unterschiede beeinflussen Gewicht, Optik, Pflegeaufwand und Belastbarkeit der Rüstung.
Typisch für verschiedene Rekonstruktionen einer römischen Lorica Hamata ist außerdem eine Schulterdopplung beziehungsweise ein über die Schultern geführtes zusätzliches Kettengeflecht. Bauform und Beschläge unterscheiden sich jedoch je nach Vorlage und Hersteller.
Lorica Segmentata oder Lorica Hamata?
Der grundlegende Unterschied besteht in der Konstruktion: Die Lorica Segmentata besteht aus gegliederten Metallplatten beziehungsweise Schienen, während die Lorica Hamata aus miteinander verbundenen Metallringen aufgebaut ist.
Ein Ringpanzer passt sich dem Körper flexibel an, bringt sein Gewicht jedoch großflächig auf die Schultern und den Oberkörper. Beim Schienenpanzer wird der Körper dagegen von mehreren geformten und miteinander verbundenen Metallsegmenten umschlossen. Beweglichkeit und Passform hängen hier stark von Größe, Konstruktion und Einstellung der einzelnen Rüstung ab.
Welche Variante für eine historische Darstellung besser geeignet ist, sollte nicht nach dem vermeintlich „besseren“ Rüstungstyp entschieden werden. Wichtiger sind Zeitraum, dargestellte Einheit, konkretes Vorbild und die übrige Ausrüstung.
Welche Größe benötige ich für eine römische Rüstung?
Römische Rüstungsrepliken sollten nicht nur anhand einer üblichen Konfektionsgröße gekauft werden. Besonders wichtig sind je nach Modell Brust- und Bauchumfang, Körperhöhe, Schulterbreite und der Platzbedarf der darunter getragenen Kleidung.
Wird unter der Rüstung eine Tunika oder zusätzliche gepolsterte Unterbekleidung getragen, sollten die Körpermaße mit dieser Kleidung beziehungsweise mit ausreichender Zugabe berücksichtigt werden. Eine zu enge Lorica Segmentata kann die Beweglichkeit einschränken und die Verschlüsse unnötig belasten. Ein zu enges Kettenhemd lässt sich dagegen möglicherweise nur schwer an- und ausziehen und bietet zu wenig Bewegungsreserve.
Vergleiche deine Maße deshalb immer mit den Größen- und Maßangaben des konkreten Artikels. Die Größen verschiedener Hersteller sind nicht automatisch miteinander vergleichbar.
Subarmalis und Unterbekleidung unter der Rüstung
Unter einer Metallrüstung kann zusätzliche Unterbekleidung den Tragekomfort erhöhen, direkten Kontakt mit Metall reduzieren und das Gewicht beziehungsweise Reibung angenehmer verteilen. Im modernen Reenactment werden entsprechende Kleidungsstücke häufig als Subarmalis angeboten.
Bei der historischen Einordnung ist jedoch Zurückhaltung sinnvoll. Form, Material und Ausführung gepolsterter beziehungsweise unter der Rüstung getragener Kleidung sind nicht für alle römischen Epochen und Rüstungstypen eindeutig überliefert. Moderne Repliken können daher eine praktikable Rekonstruktion oder historisch inspirierte Lösung darstellen, ohne dass jede konstruktive Einzelheit archäologisch belegt sein muss.
Für den Kauf ist vor allem wichtig, dass die Unterbekleidung zusammen mit der Rüstung genügend Bewegungsraum lässt. Miss deine Rüstung deshalb nicht ausschließlich über einem dünnen T-Shirt an, wenn du sie später mit stärkerer Unterbekleidung tragen möchtest.
Römische Beinschienen und Armschutz
Neben vollständigen Körperrüstungen gehören auch einzelne Schutzteile zum römischen beziehungsweise römisch beeinflussten Rüstungsspektrum. Dazu zählen unter anderem Beinschienen sowie Armschutz wie die Manica.
Eine Manica schützt Arm beziehungsweise Unterarm durch mehrere miteinander verbundene Elemente oder eine entsprechende Lederkonstruktion. Solche Armschutze sind besonders aus dem Bereich der Gladiatorenausrüstung bekannt und müssen deshalb nicht automatisch Bestandteil der gewöhnlichen Legionärsausrüstung gewesen sein.
Auch bei Beinschienen sollte auf die konkrete historische Vorlage geachtet werden. „Antik“ oder „römisch“ bezeichnet nicht automatisch dieselbe Epoche, Einheit oder Nutzung.
Römische Rüstung ist nicht gleich griechischer Muskelpanzer
Antike Rüstungen verschiedener Kulturen können sich äußerlich oder konstruktiv überschneiden, sollten aber nicht allein deshalb gemeinsam eingeordnet werden. Griechische Muskelpanzer und Hopliten-Beinschienen gehören zur griechischen Antike und werden deshalb von unseren römischen Rüstungen getrennt geführt.
Diese Abgrenzung erleichtert insbesondere bei Reenactment und historischer Darstellung die Auswahl einer zur jeweiligen Kultur und Epoche passenden Ausrüstung.
Material, Ringgeflecht und Materialstärke
Bei römischen Rüstungsrepliken kommen unterschiedliche Metalle und Konstruktionsweisen vor. Schienenpanzer bestehen bei modernen Repliken häufig aus Stahl, teilweise kombiniert mit Messing- oder anderen Metallbeschlägen und Lederverbindungen.
Bei Kettenrüstungen sind neben dem Material vor allem Ringinnendurchmesser, Drahtstärke und Ringkonstruktion relevant. Kleine Ringdurchmesser und vernietete Konstruktionen können sich bei Gewicht und Verarbeitung deutlich von gröberen unvernieteten Geflechten unterscheiden.
Ein einzelner Wert wie die Materialstärke sagt jedoch nicht automatisch aus, für welchen Einsatz eine Rüstung geeignet ist. Aufbau, Verbindungselemente, Passform und Verarbeitung müssen immer gemeinsam betrachtet werden.
Pflege von Stahl, Ringgeflecht, Messing und Leder
Unbehandelter Stahl benötigt Schutz vor Feuchtigkeit und Korrosion. Nach dem Tragen sollte die Rüstung trocken gelagert und bei Bedarf gereinigt beziehungsweise mit einem geeigneten Korrosionsschutz versehen werden.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen bewegliche Beschläge, Scharniere und Verschlüsse einer Lorica Segmentata. Sie sollten regelmäßig auf lockere Nieten, beschädigte Lederriemen oder schwergängige Verbindungen kontrolliert werden.
Kettengeflecht kann je nach Material ebenfalls rosten. Es sollte deshalb trocken aufbewahrt und bei unbehandeltem Stahl entsprechend gepflegt werden. Lederverbindungen benötigen dagegen geeignete Lederpflege und sollten weder dauerhaft feucht noch direkt an starken Wärmequellen gelagert werden.
Rüstungsständer und Aufbewahrung
Rüstungsständer können zur Präsentation und kurzfristigen Aufbewahrung vollständiger Rüstungen verwendet werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Gewicht und Auflageflächen sinnvoll verteilt werden und keine Lederriemen oder Verschlüsse dauerhaft unnötig belastet werden.
Sehr schwere Kettenrüstungen sollten nicht dauerhaft so aufgehängt werden, dass das gesamte Gewicht an wenigen Punkten zieht. Eine trockene und gut belüftete Lagerung ist insbesondere bei unbehandeltem Stahl wichtig.
Römische Rüstung für Reenactment, LARP und Darstellung
Römische Rüstungsrepliken können je nach Modell für Reenactment, Living History, LARP, Theater, Ausstellung oder Sammlung vorgesehen sein. Diese Verwendungszwecke stellen unterschiedliche Anforderungen an historische Genauigkeit, Gewicht, Komfort und Belastbarkeit.
Eine Rüstung ist insbesondere nicht automatisch für Schaukampf geeignet, nur weil sie aus Stahl besteht oder eine bestimmte Materialstärke besitzt. Eine entsprechende Verwendung sollte nur erfolgen, wenn der konkrete Artikel dafür vorgesehen und beschrieben ist.
Römische Rüstung passend ergänzen
Eine Rüstung bildet nur einen Teil der militärischen Ausrüstung. Passende Römerhelme und Legionärshelme sollten ebenso nach Zeitraum und Vorbild ausgewählt werden. Die Bewaffnung findest du bei den römischen Schwertern & Dolchen mit Gladius, Spatha und Pugio.
Zur weiteren Ausrüstung gehören je nach Darstellung außerdem römische Schilde & Scuta sowie römische Gürtel & Phalerae. Einen Überblick über weitere Produktbereiche findest du unter Römer & Griechen.
Häufige Fragen zu römischen Rüstungen
Was ist der Unterschied zwischen Lorica Segmentata und Lorica Hamata?
Die Lorica Segmentata besteht aus beweglich miteinander verbundenen Metallsegmenten. Die Lorica Hamata ist dagegen ein Ringpanzer aus miteinander verbundenen Metallringen. Beide Rüstungsformen unterscheiden sich daher deutlich bei Konstruktion, Gewichtverteilung, Beweglichkeit und Pflege.
Ist „Lorica Segmentata“ der historische römische Name?
Nein. Lorica Segmentata ist eine moderne Bezeichnung, die sich in Forschung, Reenactment und Handel für den römischen Schienenpanzer etabliert hat. Der antike Name dieser konkreten Rüstungsform ist nicht sicher überliefert.
Was bedeuten Kalkriese, Corbridge und Newstead?
Diese Bezeichnungen dienen zur Unterscheidung verschiedener archäologisch definierter Typen beziehungsweise Fundzusammenhänge der römischen Schienenpanzerung. Sie unterscheiden sich unter anderem bei Konstruktion, Beschlägen und zeitlicher Einordnung.
Wie finde ich die richtige Größe für eine römische Rüstung?
Vergleiche vor allem Brust- und Bauchumfang, Körperhöhe und gegebenenfalls Schulterbreite mit den Maßangaben des Artikels. Berücksichtige außerdem die Kleidung oder Polsterung, die später unter der Rüstung getragen wird.
Muss unter einer Lorica eine Subarmalis getragen werden?
Zusätzliche Unterbekleidung kann Tragekomfort und Passform verbessern. Wie genau historische Unterbekleidung unter verschiedenen römischen Rüstungen ausgeführt war, ist jedoch nicht für alle Zeiten und Formen eindeutig belegt. Maßgeblich für moderne Repliken sind daher auch Passform und vorgesehene Verwendung.
Sind alle römischen Rüstungen für Schaukampf geeignet?
Nein. Material und Materialstärke allein reichen dafür nicht aus. Eine Schaukampfeignung sollte nur angenommen werden, wenn sie beim jeweiligen Produkt ausdrücklich angegeben ist.
Wie pflege ich eine Lorica Segmentata?
Halte Stahlteile trocken und schütze unbehandelte Metalloberflächen bei Bedarf vor Korrosion. Kontrolliere außerdem regelmäßig Beschläge, Scharniere, Lederriemen und Verschlüsse, da diese durch Bewegung und Belastung beansprucht werden.
Wie pflege ich eine Lorica Hamata?
Ringgeflecht aus unbehandeltem Stahl sollte trocken gelagert und gegen Korrosion geschützt werden. Nach dem Tragen sollten Feuchtigkeit und Schweiß entfernt werden. Beachte zusätzlich die Pflegeanforderungen eventuell vorhandener Leder- und Messingteile.
Gehören griechische Muskelpanzer zu den römischen Rüstungen?
Nein. Griechische Muskelpanzer und Hoplitenrüstung gehören fachlich zur griechischen Antike. Sie werden deshalb getrennt von den römischen Rüstungen eingeordnet.